Die Idee, die aus Wien kam

In Österreich gilt seit Jahren: Preiserhöhungen sind nur einmal täglich erlaubt, Senkungen jederzeit – und siehe da, die Kurven blieben deutlich flacher. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche hat das Modell schon länger studiert und ließ in ihrem Haus still eine Gesetzesskizze erarbeiten.
Welche heimischen Akteure haben Reiche jetzt dazu gebracht, den Entwurf von der Schublade auf den Tisch zu legen? Gleich lernen wir die überraschend lautesten Lobbyverbände kennen.
Wenn Mineralölbosse plötzlich schweigen

Als Reiche am Vormittag vor die Kameras trat, fehlten an ihrer Seite die sonst wortstarken Vertreter der Mineralölwirtschaft. Interne Mails zufolge fürchten manche Konzerne Strafzahlungen bis 1 450 € pro Verstoß – je Zapfsäule. Ein solches Bußgeld könnte Hunderttausende pro Tag kosten.
Doch noch zittert das Gesetzespaket im politischen Wind. Wer blockiert, wer beschleunigt? Die SPD bereitet währenddessen ihre eigene Preis-Offensive vor – mehr dazu im nächsten Abschnitt.